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DVD Review » Serenity - Flucht in neue Welten (Limited Edition)
 
Info:
 
Titel : Serenity - Flucht in neue Welten
Originaltitel : Serenity
Verkauf : ab dem 02.03.2006
Land/Jahr : USA/2005
Label : Universal Pictures
Laufzeit : ca 114 min.
FSK : ab 16 Jahren
Bild :
Ton : Dolby Digital 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 5.1 (Englisch)
Untertitel : Deutsch, Englisch
RC-Code : RC2
Darsteller : Adam Baldwin, Alan Tudyk, Gina Torres, Jewel Staite, Morena Baccarin, Nathan Fillion, Ron Glass, Sean Maher, Summer Glau
Regie : Joss Whedon
 
Wertung:
 
 » Film : 4.5/5.0
   
   
   
   
   
 » Bild : 4.0/5.0
   
   
   
   
   
 » Ton : 4.5/5.0
   
   
   
   
   
 » Bonus : 4.5/5.0
   
   
   
   
   
 » Gesamt : 4.5/5.0
   
   
   
   
   
 
Film (4.5):
 
Wie bereits im Firefly-Review geschrieben, verschob ich diesen Review, um mir zunächst die dem Film zugrunde liegende (und bis dahin unbekannte) Serie anzusehen, die von Fox noch während der ersten Staffel abgesetzt wurde. Zum Glück für Joss Whedon entwickelten sich die DVD-Verkäufe der Serie so positiv, dass sich Universal bereit erklärte einen Kinofilm zu finanzieren.
Ob Serenity den Spagat zwischen eigenständigem Film und Season-Final für die Serie schafft, und ob es sich lohnt vor dem Film die Serie anzusehen, wird im weiteren Verlauf des Reviews noch besprochen.
Wer den Review der Serie noch nicht gelesen hat, sollte dies aber auf jeden Fall vor dem Lesen dieses Reviews nachholen.

Zu Beginn des Films wird zunächst einmal eine kurze Einführung in das Serenity-Universum in Form eines Flashbacks von River dargeboten, so dass sich auch Zuseher ohne Vorkenntnisse zurechtfinden können. Man erfährt aber nur das Nötigste, denn der Film hat natürlich nicht die Zeit um alle Ereignisse der 14 Serienepisoden zu erzählen. Nach einer sehr schönen Überleitung zum Ausgangspunkt des Flashbacks erleben wir (ebenfalls nicht "live", denn dieses Ereignis liegt zeitlich gesehen noch vor Beginn der Serie), wie River von Simon aus der Allianz-Einrichtung befreit wurde. "Nicht live" bedeutet in diesem Fall, dass es eine Aufzeichnung war, die sich ein so genannter "Operative" (eine Art Cleaner, der seine Aufträge von der Allianz erhält und diese mit tödlicher Präzision durchführt) angesehen hat, da er den Auftrag erhielt River wieder zurück zu holen, womit wir uns nun erzähltechnisch betrachtet erstmals im "Jetzt" befinden.
Joss Whedon stellt mit diesem überaus gelungenen Einstieg eindrucksvoll seine erzählerischen Talente unter Beweis, denn er schafft es in kurzer Zeit sowohl eine Basis für die Zuschauer ohne Vorkenntnisse zu legen, als auch den Ausgangspunkt für die weiteren Geschehnisse festzulegen.
Da sich im Film natürlich nicht alle Handlungsstränge der 9 Crewmitglieder fortsetzen lassen, entschied man sich dafür die interessantesten Rosinen aus dem Kuchen zu picken. Story-technisch bedeutet das, dass die Geschichte um die hochbegabte River im Vordergrund steht (deren Verfolgung allerdings nicht mehr durch die "Blauhände" der Blue Sun Corporation durchgeführt wird, sondern durch den "Operative"), die durch die Experimente der Allianz zu einer psychisch instabilen Kampfmaschine wurde. Auch die gefürchteten Reaver dürfen nicht fehlen, auch wenn die kurze Einführung zu Beginn deren furchtbare Grausamkeit nur andeuten kann.
Aber nun wieder zurück zur Geschichte. Nachdem der Operative, der übrigens keinen Namen und keine Identität besitzt, alle wichtigen Informationen erhalten hat, richtet er den Arzt hin, der seiner Ansicht nach die Schuld für Rivers Flucht trägt. Um River aufzuspüren wendet er eine ausgesprochen raffinierte Methode an. Alle "TV"-Signale innerhalb der Allianz, werden mit dem Code versehen, der River zur tödlichen Kampfmaschine werden lässt, sobald sie die Bilder sieht.
An Board bricht unterdessen Streit aus als herauskommt, dass Simon die ganze Zeit über wusste, welche Gefahr River darstellt, und so beschließt Simon zusammen mit River auf dem nächsten Planeten die Serenity zu verlassen. Dort tappt River allerdings in die vom Operator gestellte Falle, und dieser nimmt unverzüglich die Verfolgung ohne Rücksicht auf Verluste auf.

Serenity schafft es auf elegante Weise das was die Serie ausmacht auf die große Leinwand zu transferieren. Natürlich reicht es nicht aus einfach eine TV-Doppelfolge zu produzieren, so dass gewisse Zugeständnisse gemacht werden mussten. Zahlreiche Elemente, die hauptsächlich Inara betreffen, fielen daher zugunsten einer gestrafften Inszenierung der Schere zum Opfer. Zusammen mit dem erhöhten Action-Anteil macht das den Film aber auch für diejenigen interessant, die die Serie nicht kennen. Auch der Western-Anteil wurde etwas zurückgefahren.
Aber gerade für die Fans ist "Serenity" ein Geschenk, denn die zahlreichen Feinheiten des Films entfalten sich nur mit Kenntnis der Serie (welche einem ansonsten verschlossen bleiben), und es werden offene Fragen beantwortet. Trotzdem ist der Film so geschickt inszeniert, dass man ihn auch ohne Hintergrundkenntnisse genießen kann, dann allerdings weniger gehaltvoll.
Wer sich daher am vollen Umfang dieses grandiosen SciFi-Abenteuers erfreuen möchte, sollte sich auf jeden Fall vorher die Serie ansehen (die übrigens keinesfalls schlecht ist, was man bezüglich der Absetzung von Fox vermuten könnte. Dieses Thema wird aber im Firefly-Review ausführlich erörtert).

Die Special Effects haben aufgrund des größeren Budgets von insgesamt 42 Mio. Dollar noch einmal deutlich gegenüber der Serie zugelegt und sehen richtig gut aus. Dabei wurde auch auf Details geachtet, wie z.B. die "vibrierende" Luft unter dem Hover-Mobil (Zeitindex 14:50) Vergleiche mit Genre-Referenzen sollte man aber fairer Weise nicht anstellen.

Insgesamt betrachtet erhält "Serenity" eine Filmwertung von 4.5 Punkten, allerdings nur unter der Voraussetzung dass man die Serie kennt.
 
Bild (4.0):
 
Das Bild macht grundsätzlich eine gute Figur, hat aber mit einigen Problemen zu kämpfen. So kommt die Schärfe nie über ein gutes Niveau hinaus und es mangelt etwas an feinen Details. Auch ist ein dezentes Hintergrundrauschen besonders auf großen einfarbigen Flächen sichtbar, was aber nur auffällt, wenn man dichter an das Bild herangeht. Lediglich vereinzelt (z.B. bei Zeitindex 45:55) ist es auch aus größerer Entfernung sichtbar. Dieses Verhalten ist aber bei Außenaufnahmen etwas weniger ausgeprägt.
Die Farbkomposition ist mit der der Serie vergleichbar, so dass die Farben auch hier schön zur Geltung kommen.
Der Kontrastumfang ist sehr hoch, was sich durch ein knackiges Schwarz äußert, aber vereinzelt zu einem etwas dunklen Bildeindruck führt.
Da sowohl die Farben, als auch der Kontrast teilweise starken Verfremdungen unterworfen sind, bietet die DVD ein optisch sehr stylisches Bild, was zwar nicht immer natürlich wirkt, aber schließlich handelt es sich hier um einen Science Fiction Film. Auch wird z.B. in Rivers Flashback-Sequenzen das Bild etwas weichgezeichnet um eine optische Unterscheidung zur Realität zu erzeugen, was sehr passend aussieht. Auf Miranda hingegen wirkt das Bild "shiny", will heißen, dass die vielen hellen Flächen fast zu strahlen scheinen, was für den grellen, ja fast wahnsinnigen "Optimismus" der Allianz bezüglich dessen steht was auf Miranda geschehen ist, und somit bewusst als Stilmittel eingesetzt wurde.

Verschmutzungen auf analoger Seite oder Dropouts sind erfreulicherweise nicht vorhanden. Die Kompression hat zwar keine sichtbaren Spuren hinterlassen, fällt aber mit durchschnittlich etwa 5 Mbps auch nicht sonderlich üppig aus.
Aufgrund des Hintergrundrauschens und der nicht optimalen Schärfe bleibt dem Bild eine Wertung von 4.5 verwehrt.
 
Ton (4.5):
 
Die beiden Tonspuren liegen in Dolby Digital 5.1 (Deutsch/Englisch) vor. Gleich zu Beginn wird mit ultraheftigen Subwoofer Einlagen der Raum zum Beben gebracht.
Die zahlreichen Action-Szenen verwöhnen mit einer druckvollen rundum Klangkulisse, die die hinteren Lautsprecher schön ins Geschehen mit einbindet. Auch die Musik breitet sich schön im Raum aus (z.B. bei Zeitindex 03:28), und selbst auf direktionale Effekte muss man nicht verzichten.

Ein kleines Problem gibt es allerdings mit der Sprachverständlichkeit, denn der Center ist etwas zu leise abgemischt, so dass eine manuelle Korrektur von +4db zu empfehlen ist.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch, dass nicht alle Synchronsprecher denen der Serie entsprechen.
Insgesamt reicht es für sehr gute 4.5 Punkte.
 
Bonus (4.5):
 
Das Bonusmaterial der Limited Edition ist sehr umfangreich ausgefallen. Als erstes stehen 9 unveröffentlichte Szenen auf dem Programm: "Erweiterte Fassung – Lilacs Auftritt", "Erweiterte Fassung – Kaylee und Jayne", "Inara und Sheydra", "Operative spürt Mal auf", "Erweiterte Eröffnung mit River und Simon/Haven", "Flucht aus dem Trainingshaus der Gesellschafterinnen", "Mals und Inaras Shuttle Jagd", "Mals und Inaras stiller Moment" und "Erweiterte Fassung – Mal und Operative Coda".
Diese können erfreulicherweise jeweils mit einem Audiokommentar von Joss Whedon abgespielt werden, so dass man auch erfährt warum die Szenen nicht verwendet wurden.
Nach den "Verpatzten Szenen" (06:04), die man in der Zusatzausstattung von DVDs leider immer seltener antrifft, folgen die Beiträge "Geschichte der Zukunft: Die Geschichte der Erde von einst" (04:32) und "Was ist drin in einer Firefly" (06:33), deren Titel für sich selbst sprechen. Besonders für Kenner der Serie ist "In Firefly gehen die Lichter wieder an" (09:41) interessant, denn hier trifft die alte Crew, nach der Absetzung der Serie, wieder zusammen. Warum die "Einführung durch Joss Whedon" (03:54) allerdings an vorletzter Stelle, anstatt am Anfang steht, wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben. Der letzte Menüpunkt aktiviert den Audiokommentar (was normalerweise über die Tonspuren-Sektion erledigt wird, da ein Audiokommentar nun mal eine Tonspur ist) mit Joss Whedon, der wie immer eine Menge zu erzählen hat. Abgesehen davon ist der Informationsgrad aber auch sehr hoch. Das Bonusmaterial der ersten Disc lässt sich optional mit deutschen oder englischen Untertiteln versehen.

Weiter geht's mit der zweiten Disc, die leider weder über englische, noch über deutsche Untertitel verfügt, dafür aber über französische und niederländische. Universal weist hierauf aber mit einem Einleger hin. Der Grund dafür ist, dass die zweite DVD ursprünglich nicht für den deutschen Markt vorgesehen war. Man fragt sich aber zwangsläufig warum die zweite Disc nicht für den deutschen Markt, dafür aber für Frankreich und die Niederlande vorgesehen war…
Der erste Menüpunkt ist ein knapp einstündiger Beitrag mit der Bezeichnung "Question & Answer Session" (55:40). Hier sieht man Joss Whedon nach einer Vorführung von "Serenity" in einem Kino in Sydney, in dem er geduldig die Fragen der australischen Fans beantwortet.
Hinter den "Extended Scenes" verbergen sich 4 Szenen ("Extended Fanty & Mingo", "Extended Mal & Inara Wave”, "Extended Mal & Operative In Companion Training House
", "Mal & Inara Shuttle Improv”) die für den Film mehr oder weniger stark gekürzt wurden.
In "Take A Walk On Serenity” (04:06) führt Joss Whedon durch die Serenity–Kulisse und erklärt auch die Unterscheide zwischen dieser und der alten aus der Serie. Im letzten Beitrag "The Green Clan" (03:06) werden die zur Filmcrew gehörenden "Greens" vorgestellt
 
Fazit (4.5):
 
"Serenity" schafft es sowohl als eigenständiger Film, als auch als Season-Final für die abgesetzte Serie "Firefly" zu funktionieren. Die Inszenierung ist dabei so geschickt, dass man den Film auch ohne die Hintergründe zu kennen genießen kann. Wenn man allerdings in den vollen Genuss dieses grandiosen SciFi-Abenteuers kommen möchte, sollte man sich auf jeden Fall vorher die Serie ansehen.
Das Bild macht grundsätzlich einen guten Eindruck, kommt aber aufgrund des Hintergrundrauschens und der nicht optimalen Schärfe nicht über 4 Punkte hinaus. Dafür beeindruckt der Ton durch eine druckvolle rundum glücklich Abmischung, die alle Lautsprecher mit einbezieht und auch auf heftige Subwoofer-Einsätze nicht verzichtet.
Das Bonus-Material schließlich ist sehr umfangreich und informativ ausgefallen, so dass die Limited Edition auf jeden Fall eine Empfehlung wert ist.
 
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Autor: Markus Wieland
Datum: 11.04.2006
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