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DVD Review » Robin Hood - Staffel 1 (3 DVDs)
 
Info:
 
Titel : Robin Hood - Staffel 1
Originaltitel : Robin of Sherwood - Season 1
Verkauf : ab dem 11.08.2006
Land/Jahr : Großbritannien/1984
Label : Koch Media
Laufzeit : ca 448 min.
FSK : ab 12 Jahren
Bild : Vollbild (1.33:1)
Ton : Dolby Digital 2.0 (Deutsch), Dolby Digital 2.0 (Englisch)
Untertitel :
RC-Code : RC2
Darsteller : Clive Mantle, Judi Trott, Michael Praed, Nickolas Grace, Peter Llewellyn Williams, Phil Rose, Ray Winstone, Robert Addie
Regie :
 
Wertung:
 
 » Film : 5.0/5.0
   
   
   
   
   
 » Bild : 3.0/5.0
   
   
   
   
   
 » Ton : 3.0/5.0
   
   
   
   
   
 » Bonus : 4.5/5.0
   
   
   
   
   
 » Gesamt : 4.0/5.0
   
   
   
   
   
 
Film (5.0):
 
Lange hat es gedauert bis sich ein Label einer der Kultserien aus den 80er Jahren angenommen hat. Seit der letzten Ausstrahlung im ZDF und dem jetzigen DVD Release folgte eine lange Leidenszeit, bis jemand den wartenden Fans ihren Wunsch erfüllt hat. Und das Warten hat sich definitiv gelohnt, denn man erhält mit dem Kauf der ersten Staffel die ungeschnittene Original-Fassung der Serie, die so nie im TV zu sehen war, da pro Folge bis zu 5 Minuten geschnitten wurde. Da die geschnittenen Szenen damals nicht synchronisiert wurden, und auch keine neue Synchronisation angefertigt wurde, muss man bei den entsprechenden Szenen mit englischer Sprache und deutschen Untertitel vorlieb nehmen.

Wer sich noch deutlich an die Fernsehausstrahlung erinnert, wird zweifellos verstehen, wieso die Serie im Laufe der Jahre einen recht großen Fankreis behalten konnte. Vorher war es nämlich Standard den Beschützer der Unterdrückten in Strumpfhosen und einem Federhut über den Bildschirm laufen zu lassen. Bestes Beispiel: „Die Abenteuer von Robin Hood“ mit dem berühmten Errol Flynn in der Hauptrolle. Auch in vielen weiteren Verfilmungen wurde ein unrealistisches Bild des sagenumwobenen Bogenschützen aus dem Sherwood Forrest abgegeben. Die Macher der Serie nahmen davon Abstand und setzten auf ein sehr realistisches Setting, das dem wahren Mittelalter entsprach. Dies unterstreicht auch, dass die Figuren nicht immer „sauber“ sind und ihnen auch schon mal der Dreck am ganzen Körper klebt. Diese mutigen Ideen sind auch in der Verfilmung mit Kevin Costner in der Hauptrolle wieder zu finden und auch in „Herr der Ringe“ dem größten Fantasy-Spektakel, was je auf der Leinwand zu sehen war.

Bei den Charakteren nahm man auch Abstand von altbewährten Schemata. So sind die Verhaltenszüge nicht streng nach gut und böse bzw. schwarz und weiß eingeteilt, sondern man gestattete sich hier die Figuren geschichtlich korrekt darzustellen. Bestes Beispiel in der Serie ist die Figur von Richard Löwenherz, der in jeder Verfilmung stets als weiser und aufrichtiger König in sein Reich zurückkehrte und in Robin Hood einen Unterstützer seiner Prinzipien wusste. Wer die Episode, in der der große König seinen Auftritt hat, gesehen hat, wird nachher ein total anderes Bild haben. Insgesamt hat man penibel darauf geachtet, dass jeder Charakter plausibel dargestellt wird und man nachvollziehen kann, wieso derjenige sich gerade so verhält.

Die Hauptrolle hatte Michael Praed inne, den besonders seine weichen Gesichtszüge auszeichneten und in dem trotzdem ein tapferer Kämpfer steckte. Neben den bekannteren Charakteren taucht in der Serie mit Nasir, gespielt von Mark Ryan, auch ein Sarazene auf. Wer sich jetzt an Morgan Freemans Rolle in Robin Hood König der Diebe erinnert, muss nicht mehr lange nachdenken, um zu wissen, woher diese Idee stammt. Aber auch die anderen wichtigen Charaktere wie Marian, Little John, Will Scarlet, Robins Halbbruder Much, Bruder Tuck, der Sheriff von Nottingham und Guy of Gisborune sind exzellent besetzt und schaffen es durch ihre Spielweise die Serie zeitlos zu machen, so dass die Serie auch nach 20 Jahren nichts von ihrem Charme verloren hat. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet auch die musikalische Untermalung der Serie für die die Gruppe Clannad verantwortlich war, in denen auch Enya für einige Zeit ein Mitglied war. Sie sorgen mit ihren weichen keltischen Klängen für eine leichte mythische Atmosphäre, die der Serie unheimlich gut tut. Zumal sie zwar realistisch ist, dennoch mit Herne den Jäger einige Figuren aus der Sagenwelt aufweist. Der Baron de Belleme mit seinen schwarzen Künsten ist ein weiteres Beispiel dafür, dass man auch auf andere Komponenten aus dem Reich der Mystik zurückgegriffen hatte.

Dies fügt sich alles nahtlos in ein abwechslungsreiches Gesamtbild zusammen, so dass es nie Langweilige aufkommt und viele Aspekte des Mythos in diese Serie verwoben sind. Die beiden ersten Episoden beschäftigen sich damit wie Robin Hood auf seine Freunde trifft und durch seine Taten schließlich geächtet wird. Auch das Zusammentreffen mit Bruder Tuck und Marian findet hier statt, wobei er letztere aus den Fängen des Baron de Belleme befreien muss. Die anderen Episoden sind dann jeweils in sich abgeschlossen. Robin und seine Freunde bekommen es im weiteren Verlauf mit einer Hexe zu tun, die eher eine Kräuterfrau ist. Doch von der Obrigkeit mit dieser Bezeichnung gebrandmarkt wird und Robins Gruppe in Schwierigkeiten bringt, weil sie ihren Mann vor dem Tod retten möchte. Ein kleines Intermezzo mit den Templern gibt es ebenfalls. Diese beschuldigen Robin zu Unrecht ihr Wappen gestohlen zu haben, und nehmen Much, den Halbbruder Robins, gefangen. Um ihn zu retten, muss der wahre Schuldige gefunden werden, der das Wappen inzwischen aber an den Sheriff von Nottingham verloren hat. Eine weitere Episode beschäftigt sich mit einem Minnesänger, der seine große Liebe an den Sheriff verlieren soll und nun in traurigen Versen seiner Liebe nachtrauert. Aber die Hoffnung für ihn ist noch nicht verloren. Diese Episode ist besonders witzig, denn der Minnesänger ist für einige Lacher gut, wenn er seine Reime von sich gibt, die keiner so recht verstehen will. Denn seinen Worten muss man Taten folgen lassen, was dieser aber zu Anfang nicht beherzigt.
Die erste Staffel endet dann mit dem Auftreten von Richard Löwenherz, der versucht Robin für sich zu gewinnen. Dies gelingt ihm auch, doch Herne lässt seinen Schützling nicht alleine und es nähert sich das dramatische Ende der ersten Staffel.
 
Bild (3.0):
 
An der vorliegenden Bildqualität erkennt man schon, dass die Serie ein paar Jährchen auf dem Buckel hat. So sind besonders gleich zu Beginn viele unscharfe Szenen bemerkbar. Zudem ist das Bild öfters von grobkörniger Natur, einen großen Anteil daran hat das Bildrauschen, dass über die gesamte Laufzeit zu beobachten ist, mal mehr mal weniger.
Wer aber am Anfang denkt, dass er nun die ganze Zeit mit einer suboptimalen Bildqualität auskommen muss, der täuscht sich. Denn kaum fünf Minuten später präsentiert sich das Bild bedeutend besser. So fällt die Unschärfe deutlich geringer ins Gewicht und das Bildrauschen geht auf ein minimales Niveau zurück.
Der Kontrast leidet manchmal auch etwas unter der grobkörnigen Natur des Bildes, so dass besonders bei dunkleren Szenen hier auch einige Abstriche gemacht werden müssen. Bei helleren Szenen wird aber ein guter Kontrast geboten. Manchmal sind auch Staubflusen erkennbar, aber sonstige großartige Patzer leistet sich das Bild nicht. Kompressionsartefakte sind auch nicht erkennbar.
Die Farben hingegen sind trotz des hohen Alters noch recht frisch, an einigen Stellen vielleicht nicht mehr ganz so kräftig wie bei neueren Produktionen, aber dennoch mehr als zufrieden stellend. Eine Aufbereitung des Bildmaterials wäre wünschenswert gewesen. So bekommt man trotz der Unschärfe und dem Bildrauschen überwiegend eine zumindest zufrieden stellende Qualität, so dass sich das Bild noch knapp die drei Punkte sichern kann.
 
Ton (3.0):
 
Der Ton der beiden Sprachfassungen liegt in Dolby Digital 2.0 vor und weist erfreulicherweise keine Fehler auf. Obwohl die Stereo-Abmischung naturgemäß frontlastig ausfällt, kann man einige Effekte doch recht realistisch wahrnehmen. Besonders das Feuerprasseln in einigen Episoden, wie beispielsweise zu Beginn von Episode 1 oder das Klirren der Waffen kann hierbei besonders überzeugen.
Der Einsatz des Subwoofers hält sich in Grenzen. Dies ist aber nicht schlimm, da die Serie in den wenigsten Szenen auf einen Bass angewiesen ist und er dann auch immer zu hören ist. Ansonsten kommt der Subwoofer besonders zum Einsatz, wenn die Musikstücke auf ihn angewiesen sind.
Aufgrund der ungeschnittenen Fassung ist es auch notwendig gewesen, stellenweise auf die englische Tonspur zurückzugreifen. In diesen Szenen muss man einige Abstriche hinnehmen, denn der Klang ist in den eingefügten Szenen nicht mehr so klar wie bei dem deutschen Pendant. Des Weiteren werden bei englischer Sprache deutsche Untertitel eingeblendet, so dass der Zuschauer nichts von der Handlung verpasst, sollte er des Englischen nicht mächtig sein. Insgesamt trotz des Alters eine zufrieden stellende Leistung, die den drei Punkten gerecht wird.
 
Bonus (4.5):
 
Gleich zu Beginn des Kaufes kann man über die Verpackung nur begeistert sein. So steckt das schön gearbeitete Digi-Pack in einer Art Schuber, auf dem die wichtigsten Personen der Serie zu sehen sind. Der Schriftzug „Robin Hood“ ist ebenfalls sehr edel und schimmert golden. Auf ein Booklet darf man sich auch freuen. Dieses ist gespickt mit Informationen und Bildern über die Serie sowie den Schauspielern und sogar die deutschen Synchronsprecher finden sich hier wieder. Eine kleine Inhaltsangabe zu den sechs vorliegenden Episoden gibt es auch.
Auf den beiden Film-DVDs finden sich zu den Folgen 1,2 und 6 Audiokommentare, in denen die Verantwortlichen beschreiben, wieso sie die Szenen gerade so gedreht haben. Eine Bonus-DVD ist ebenfalls vorhanden. Dort findet man neben einem einstündigen Making Of, in der viele wichtige Schauspieler von damals sich noch einmal zu ihrer Arbeit äußern.
Der 2003 verstorbene Robert Addie (Guy of Gisbourne) meldet sich hierbei auch noch einmal zu Wort. Des Weiteren gibt es eine Featurette unter dem Punkt „Electric Theatre Show“, die sich in knapp 25 min mit der Serie beschäftigt. Der zweite Punkt der Electric Theatre Show weist eine Laufzeit von ca. einer Stunde auf, und beinhaltet neben Interviews, die während des Drehs entstanden sind, unveröffentlichte Szenen auf.
Die Musikgruppe Clannad kann bei ihrer Arbeit beobachtet werden, leider liegt dies nur ohne Ton vor, so dass man nur die akribische Arbeit der Gruppe beobachten kann. Zu guter Letzt darf eine Bildergalerie natürlich nicht fehlen und sie ist mit über 100 Bildern üppig gefüllt. Alles in allem wird der begeisterte Bonusmaterialliebhaber voll auf seine Kosten kommen.
 
Fazit (4.0):
 
Wer die Serie sowieso schon lange auf seiner Wunschliste hat, wird eh nicht zögern und sich die schöne Box zulegen. Allen Anderen sei gesagt, dass man zwar Abstriche in punkto Bild und Ton hinnehmen muss, die Serie an sich, das vielfältige Bonusmaterial und die schöne Verpackung und nicht zuletzt der faire Preis sollte dies aber in vollem Umfang kompensieren. Für Robin Hood Begeisterte ist es vielleicht auch interessant die realistische Verfilmung zu sehen, in der der Held nicht in Strumpfhosen den Kampf gegen die Unterdrücker der Armen aufnimmt und mit seinem Stil und besonders den Kostümen einige spätere Blockbuster wie „Robin Hood- König der Diebe“ oder die „Herr der Ringe“ Trilogie so sehr beeinflusst hat. Der potentielle Käufer erhält aber auch eine wunderschöne, mystische Geschichte, in der auch die Romantik ihren Platz gefunden hat.
Wem die erste Staffel gefallen hat, wird bestimmt sehnsüchtig auf den Release der beiden folgenden Staffeln warten.
 
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Autor: Peter Winkelhane
Datum: 04.09.2006
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